Angeln im Herbst am Großen Wannsee, Kleinen Wannsee, Pohlesee und an der Havel
Der Herbst ist für viele Angler eine der spannendsten Jahreszeiten in Berlin. Wenn die Wassertemperaturen sinken, verändern sich die Fische und ihre Standplätze. Friedfische suchen energiereiche Nahrung für die kalte Jahreszeit, während Hecht, Zander und Barsch ihre Aktivität häufig noch einmal deutlich steigern.
Ein besonders interessantes Angelrevier befindet sich im Berliner Südwesten: Großer Wannsee, Kleiner Wannsee, Pohlesee und die Havel niederwärts ab dem Leuchtfeuer der Insel Schwanenwerder bis zur Glienicker Brücke.
Das Gebiet verbindet große, seenartige Wasserflächen mit durchströmten Bereichen und unterschiedlichen Tiefen. Dadurch können hier sowohl typische Stillwasserfische als auch Arten aus dem Fließwasser angetroffen werden. Das Berliner Gewässersystem der Havelseen zählt insgesamt zu den fischartenreichsten Gewässerbereichen der Stadt.
Der Herbst – wenn sich das Angeln verändert
Mit kürzer werdenden Tagen und sinkenden Wassertemperaturen verändert sich das Verhalten der Fische.
Im September kann das Wasser noch relativ warm sein. Im Oktober wird die Aktivität vieler Fischarten stärker von Wetter, Wind und Wassertemperatur bestimmt. Im November konzentrieren sich viele Fische zunehmend auf Bereiche, in denen sie ausreichend Nahrung finden und möglichst wenig Energie verbrauchen müssen.
Für Angler bedeutet das:
- Raubfische suchen häufig Beutefischschwärme.
- Barsche können sich an Kanten und Strukturen konzentrieren.
- Hechte stehen gerne an Kraut, Kanten und Übergängen.
- Zander sind besonders an tieferen Bereichen und Strömungskanten interessant.
- Brassen, Rotaugen und andere Friedfische ziehen teilweise in größere Tiefen.
- Karpfen können an milden Herbsttagen weiterhin aktiv sein.
- Aal spielt im frühen Herbst noch eine Rolle, wird mit sinkenden Wassertemperaturen aber zunehmend träger.
Großer Wannsee – großes Wasser, große Möglichkeiten
Der Große Wannsee ist eine seenartige Erweiterung der Havel und gehört zu den bekanntesten Angelgewässern Berlins. Der Fischbestand umfasst unter anderem Barsch, Hecht, Zander, Wels, Aal, Karpfen, Schleie, Rapfen, Brassen, Rotauge und Rotfeder.
Gerade im Herbst ist der Große Wannsee interessant, weil verschiedene Fischarten auf die veränderten Bedingungen reagieren.
Hecht im Herbst
Der Herbst gehört zu den interessanten Zeiten für das Hechtangeln. Krautfelder, Kanten und Bereiche mit Beutefisch sind mögliche Standplätze.
Beim Spinnfischen können größere Gummifische, Wobbler oder andere Hechtköder eingesetzt werden. An tieferen Stellen kann auch ein Köderfisch interessant sein.
Wichtig ist, die Fische nicht wahllos im gesamten Gewässer zu suchen. Struktur und Beutefisch sind im Herbst entscheidend.
Zander im Großen Wannsee
Auch der Zander gehört zu den interessanten Raubfischen des Wannsees.
Besonders interessant sind:
- Tiefenbereiche
- Übergänge von flach zu tief
- Kanten
- Strömungsbereiche
- Stellen mit Kleinfisch
- Bereiche in der Nähe von Fahrrinnen
Gummifische gehören zu den klassischen Ködern. Je nach Wassertiefe und Strömung sollte das Gewicht angepasst werden.
Barsch
Der Barsch ist ein hervorragender Zielfisch für den Herbst. Kleinere Barsche können in Schwärmen auftreten, während größere Exemplare häufig gezielt nach Beutefischen suchen.
Kleine Gummifische, Jigköpfe, Dropshot-Montagen oder kleine Wobbler können erfolgreich sein.
Kleiner Wannsee – interessant für Raub- und Friedfischangler
Der Kleine Wannsee gehört zur Wannseekette und steht mit den angrenzenden Gewässern in Verbindung.
Im Herbst können insbesondere Barsch, Hecht, Zander und verschiedene Weißfischarten interessante Zielfische sein.
Die Verbindung zu anderen Gewässerabschnitten ist dabei besonders interessant. Fische orientieren sich nicht an den Grenzen einer Angelkarte, sondern an Nahrung, Wassertemperatur, Struktur und Strömung.
Für Raubfischangler lohnt sich daher die Suche an:
- Schilfkanten
- Krautfeldern
- Übergängen
- tieferen Bereichen
- Einläufen und Verbindungen
- Stellen mit sichtbarem Kleinfisch
Pohlesee – klein, aber interessant
Der Pohlesee ist deutlich kleiner als der Große Wannsee, gehört aber zum gleichen Gewässersystem. Er ist mit dem Kleinen Wannsee und dem Stölpchensee verbunden.
Zu den nachgewiesenen bzw. genannten Fischarten gehören unter anderem Barsch, Hecht, Zander, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder und Güster.
Gerade kleinere Gewässerbereiche können im Herbst interessant sein, weil sich Fische an bestimmten Strukturen und Nahrungsplätzen konzentrieren.
Beim Barschangeln können kleine Kunstköder verwendet werden. Auf Hecht bieten sich größere Köder an. Friedfischangler können mit Futterkorb, Pose oder Grundmontage auf Brassen, Rotaugen und andere Weißfische angeln.
Havel niederwärts – vom Leuchtfeuer Schwanenwerder bis zur Glienicker Brücke
Ein besonders abwechslungsreicher Abschnitt ist die Havel niederwärts ab dem „Roten Stein“ beziehungsweise der Linie am Leuchtfeuer der Insel Schwanenwerder bis in Richtung Glienicker Brücke.
Dieser Bereich verbindet unterschiedliche Wasserstrukturen und ist deshalb für verschiedene Angelmethoden interessant.
Die Angelkarten-Zuordnung beschreibt den Wannsee-Bereich ausdrücklich mit dem Abschnitt der Havel vom Leuchtfeuer Insel Schwanenwerder bis zum Kladower Ufer sowie weiter über die Havelseen und bis zur Glienicker Brücke einschließlich Großer und Kleiner Wannsee sowie Pohlesee.
Raubfischangeln an der Havel
Die Havel bietet im Herbst eine interessante Mischung aus Strömung, ruhigen Bereichen, Kanten und verschiedenen Tiefen.
Zander
Der Zander ist besonders an Übergängen zwischen unterschiedlichen Wassertiefen interessant.
Strömungskanten und Bereiche mit Kleinfisch können im Herbst gute Ansatzpunkte sein.
Beim Spinnfischen sind Gummifische ein klassischer Köder. Wichtig ist eine kontrollierte Köderführung dicht am Grund, wenn die Fische entsprechend tief stehen.
Hecht
Hechte können entlang von Kraut, Schilf und anderen Strukturen stehen.
Besonders interessant sind Übergänge:
flaches Wasser → Kraut → tiefes Wasser
sowie:
Bucht → Kante → Hauptwasser
Größere Köder können im Herbst sinnvoll sein, wenn die Hechte gezielt größere Beutefische aufnehmen.
Barsch
Die Havel ist auch für Barschangler interessant.
Kleine Gummifische, Dropshot, Jigköder oder kleine Hardbaits können eingesetzt werden.
Ein wichtiger Tipp: Wenn mehrere Barsche gefangen werden, sollte die nähere Umgebung gründlich abgesucht werden. Barsche können in Gruppen auftreten.
Friedfischangeln im Herbst
Nicht nur Raubfischangler kommen im Herbst auf ihre Kosten.
Brassen, Rotaugen, Rotfedern, Güster und Karpfen können weiterhin interessante Zielfische sein.
Brassen
Brassen können sich im Herbst zunehmend in tieferen Bereichen aufhalten.
Eine Grundmontage mit Futterkorb ist eine klassische Möglichkeit.
Als Köder kommen beispielsweise infrage:
- Maden
- Würmer
- Mais
- kleine Boilies
- Pellets
Dabei sollte nicht zu viel gefüttert werden. Im kühleren Wasser kann eine kleinere Futtermenge ausreichen.
Karpfen
Auch Karpfen sind im Herbst noch möglich.
An warmen Sonnentagen können flachere Bereiche interessant sein. Nach mehreren kalten Tagen sollte dagegen auch in tieferen Bereichen gesucht werden.
Mais, Boilies und Pellets können eingesetzt werden.
Besonders interessant können sonnige Bereiche sein, in denen sich das Wasser etwas stärker erwärmt.
Aal – im frühen Herbst noch interessant
Der Aal gehört zum Fischbestand des Großen Wannsees.
Im frühen Herbst kann ein Ansitz in den Abendstunden noch interessant sein.
Typische Köder sind:
- Tauwurm
- Köderfisch, soweit rechtlich zulässig
- andere natürliche Köder entsprechend den geltenden Bestimmungen
Mit sinkenden Wassertemperaturen nimmt die Aktivität allerdings ab. Wer gezielt auf Aal angeln möchte, sollte deshalb eher die wärmeren Herbstphasen nutzen.
Die besten Zielfische im Herbst
| Fischart | Herbst-Chance | Interessante Bereiche | Köder |
|---|---|---|---|
| Hecht | sehr interessant | Kraut, Kanten, Beutefisch | Gummifisch, Wobbler, Köderfisch |
| Zander | sehr interessant | Tiefe, Kanten, Strömung | Gummifisch, Köderfisch |
| Barsch | sehr interessant | Kleinfisch, Kanten, Strukturen | Gummi, Jig, Wobbler |
| Karpfen | interessant | Grund, sonnige Bereiche, Nahrung | Mais, Boilie, Pellet |
| Brasse | interessant | tiefere Bereiche | Made, Wurm, Mais |
| Rotauge | interessant | Schwärme, Kanten | Made, Mais |
| Aal | früher Herbst | Grund, Uferbereiche | Wurm |
| Wels | möglich | tiefe Bereiche, Strukturen | entsprechend erlaubte Köder |
September, Oktober oder November?
September
Der September kann noch sommerliche Bedingungen bieten.
Zielfische:
Hecht, Barsch, Zander, Karpfen, Aal
Besonders interessant sind die Übergangsbereiche zwischen Sommer- und Herbstbedingungen.
Oktober
Der Oktober ist für viele Angler der klassische Herbstmonat.
Das Wasser kühlt ab und Raubfische können zunehmend aktiv nach Nahrung suchen.
Zielfische:
Hecht, Zander, Barsch, Karpfen und Friedfische.
November
Im November wird das Wasser deutlich kälter.
Die Suche nach Fischen sollte stärker über Tiefe, Struktur und Beutefisch erfolgen.
Zielfische:
Zander, Hecht, Barsch sowie Brassen und andere Friedfische.
Herbststrategie für das gesamte Revier
Wer mehrere Gewässerabschnitte befischen kann, sollte sich nicht unbedingt den ganzen Tag an einer Stelle festlegen.
Eine mögliche Strategie:
Morgens
Mit Kunstködern auf Barsch, Hecht oder Zander beginnen.
Vormittag
Strukturen und Tiefenbereiche systematisch absuchen.
Mittagszeit
Bei Sonnenschein können sich flachere Bereiche erwärmen. Barsch, Hecht und Friedfische können dort zeitweise aktiv werden.
Nachmittag
Tiefere Bereiche und Kanten befischen.
Abend
Je nach Jahreszeit kann die Dämmerung nochmals eine interessante Phase für Raubfische sein.
Wind und Wetter im Herbst
Der Wind kann am Wannsee und an der Havel eine wichtige Rolle spielen.
Wind kann Nahrung und Kleinfische in bestimmte Bereiche drücken. Dadurch können sich auch Raubfische dort konzentrieren.
Statt automatisch die windgeschützte Seite zu wählen, lohnt sich deshalb die Frage:
Wo wird durch Wind Nahrung zusammengetrieben?
Gerade an großen Wasserflächen können solche Bereiche interessant sein.
Angelkarte und Vorschriften beachten
Für das beschriebene Berliner Gewässergebiet ist die jeweils passende Angelkarte erforderlich. Für die genannten Wannsee-Gewässer und die Havelbereiche bestehen unterschiedliche Kartenzuordnungen.
Außerdem müssen die aktuellen Berliner Fischereivorschriften, Schonzeiten, Mindestmaße, Fangbegrenzungen und gewässerspezifischen Bestimmungen beachtet werden.
Insbesondere bei Hecht und Zander ist vor dem Angeln zu prüfen, welche aktuell gültigen Regelungen für das konkrete Gewässer gelten. Für Berlin werden beispielsweise Schonzeiten für Hecht und Zander ausgewiesen; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Landesregelung.
Auch bei der Verwendung von Kunstködern und Mehrfachhaken sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten.
Fazit: Herbstangeln zwischen Wannsee und Havel
Das Revier rund um Großen Wannsee, Kleinen Wannsee, Pohlesee und die Havel bis zur Glienicker Brücke bietet im Herbst eine außergewöhnliche Vielfalt.
Wer auf Raubfisch angeln möchte, findet mit Hecht, Zander und Barsch drei besonders interessante Zielfische.
Friedfischangler können auf Brassen, Rotaugen, Rotfedern und Karpfen hoffen. Im frühen Herbst kann außerdem der Aal noch ein interessanter Zielfisch sein.
Der wichtigste Grundsatz lautet im Herbst:
Nicht einfach irgendwo angeln – Fische suchen.
Beutefisch, Wassertiefe, Kraut, Kanten, Strömung und Wetter sind die entscheidenden Faktoren. Wer diese Veränderungen beobachtet und seine Angelstrategie entsprechend anpasst, kann gerade im Herbst spannende Angeltage im Berliner Südwesten erleben.
Petri Heil! Titelbild erstellt mit KI






